Ihr letzter Wille soll den Tieren gelten?

Viele Menschen wissen dies nicht: Sie ganz alleine bestimmen in Ihrem Testament, was Sie mit Ihrem Vermögen machen möchten. Daher ist es unbedingt notwendig, hier eindeutig klare Anweisungen niederzuschreiben. Sollten Sie dies versäumen und Sie haben kein Testament errichtet, so geht Ihr gesamter Nachlass grundsätzlich auf die gesetzlichen Erben über. Sind keine gesetzlichen Erben vorhanden, geht der gesamte Nachlass an den Staat!

Wichtig für alle Tierliebhaber: Das Erbrecht erstreckt sich nicht auf Tiere. Daher sollte auch im Testament klar geregelt sein, was mit Ihrem Haustier nach Ihrem Tode geschehen soll, damit es nicht einem ungewissen Schicksal entgegensieht. Oftmals sind die Hinterbliebenen nicht bereit, sich weiterhin um das Tier zu kümmern. Wie weisen im Übrigen darauf hin, dass es unzulässig ist zu verfügen, dass Ihr Haustier nach Ihrem Tode eingeschläfert werden soll. Diese Bestimmung verstößt eindeutig gegen das Tierschutzgesetz.

Sie helfen dem Tier vielmehr, wenn Sie sich zu Lebzeiten bereits ernsthafte Gedanken über die Weitervermittlung Ihres Tieres an einen neuen Besitzer oder über einen guten Pflegeplatz für Ihr Haustier bis zu seinem Lebensende machen. Hilfreich hierfür ist ein separater Ordner mit den Unterlagen des Haustieres wie: Impfpass mit Foto, Beschreibung der Vorlieben, Eigenheiten etc.

Wenn Sie Ihr Vermögen einem karitativen Zweck, z. B. dem Tierschutzverein Lüdinghausen, zukommen lassen möchten, dann können Sie über ihren Tod hinaus mit Ihrer Unterstützung den Tierschutzverein als Erbe oder Vermächtnisnehmer in ihrem Testament einsetzen. Im Sinne des/der Verstorbenen erfüllen wir den Testamentsinhalt und erledigen alle Formalitäten. Wir kümmern uns beispielsweise um das geliebte Tier nach dem Tode des Erblassers, wenn dem Tierschutzverein im Testament diese Aufgabe überlassen wurde.

Was müssen Sie beachten?

Testamentarische Verfügungen müssen entweder eigenhändig, das heißt komplett in persönlicher Handschrift abgefasst werden (§ 2247 BGB) oder aber zur Niederschrift eines Notars (§ 2231 Nr. 1 BGB).

ACHTUNG: die Nichtbeachtung dieser Formvorschriften macht das Testament vollständig ungültig!

Immer enthalten und erkennbar sein sollten: Aussteller, Ort, Datum und Unterschrift.

Der Inhalt sollte klar, präzise und unmissverständlich sein, da sich sonst Auslegungsspielräume auftun, welche vom Erblasser nicht gewollt sind und schlimmstenfalls zu langjährigen (gerichtlichen) Auseinandersetzungen zwischen den Erben führen können.

Es empfiehlt sich daher immer eine rechtliche Beratung!